Wissenschaft zum Anfassen

Informationsveranstaltungen während dem Helfertag und City Campus Trier 2012

Am Samstag, den 27. Oktober fand in der ehemaligen Abtei-Kirche St. Maximin in Trier der Helfertag für alle Helfer und Helferinnen der Heilig Rock-Wallfahrt statt. Prof. Dr. Martin Lörsch und Paul Reiter stellten den Ehrenamtlichen, die sich während der Wallfahrtstag im Mai tatkräftig um die Pilger gekümmert haben, erste Ergebnisse ihrer repräsentativen Studie rund um die “religiösen Touristen” vor. Bereits am 28. September konnten die spannenden Befunde anlässlich des City Campus Trier 2012 besichtigt werden. Insgesamt fanden etwa 200 Besucher den Weg in den Vortragsraum der Dominformation Trier.

Der City Campus Trier 2012

“Pilgern und Wallfahren im Trend unserer Zeit?” So lautete der Titel der City Campus-Ausstellung, die von den Trierer Wissenschaftlern mit Vorträgen über das “Wandern zu Gott” eingerahmt wurde. Die Fotos der Ausstellung waren während den teilnehmenden Beobachtungen der Trierer Wissenschaftler auf dem Camino 2010 sowie vor und hinter den Kulissen der Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier entstanden. Die Aussteller konnten dabei auf das umfangreiche Archiv der Trierer Bistumszeitung Paulinus zurückgreifen.

Die Fotos geben eine erste Ahnung von den vielfältigen Motivationen und Eigenarten der Menschen, die sich einer alten Kulturform befleißigen: dem Pilgern bzw. Wallfahrten. Im Vergleich zwischen “Pilgern auf dem Jakobusweg” und der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutlich herausgestellt: Längst steht nicht mehr nur der “Weg zu Gott” oder das Pilgern als Buße und Ausdruck der Dankbarkeit gegenüber Gott im Vordergrund. Die Trierer Wissenschaftler konnten ganz unterschiedliche Pilgertypen auf dem Camino und in Trier identifizieren. So geht der religiöse Pilger heute ganz selbstverständlich neben dem “Spaßpilger”. Wieder andere sind auf der Suche nach sich selbst und sehen die Wanderschaft als Ausstieg aus dem Alltag.

 

Wissenschaft auf den Domfreihof

“Und führe zusammen, was getrennt ist” – unter diesem Motto ruft das Bistum Trier vom 13. April bis 13. Mai zur Heilig-Rock-Wallfahrt nach Trier auf. Tausende von WallfahrerInnen und PilgerInnen werden in den kommenden Wochen erwartet. Sie kommen, um den Heiligen Rock, die Tunika Jesu Christi, zu sehen.

Auch eine Gruppe Wissenschaftler macht sich auf, um den Motiven der Besucher auf den Grund zu gehen. Prof. Martin Lörsch, Lehrstuhlinhaber der Pastoraltheologie an der Theologischen Fakultät Trier, und Dr. Markus Gamper, Religionssoziologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungscluster “Gesellschaftliche Abhängigkeiten und soziale Netzwerke”, leiten die Studie, die das moderne Pilgern und Wallfahrten erforscht. Zusammen mit wissenschaftlichen Hilfskräften und unzähligen Helferinnen und Helfern, suchen sie das Gespräch mit den Teilnehmern der Wallfahrt und stellen Fragen nach dem religiösen Selbstverständnis, der Haltung gegenüber der Heilig-Rock-Reliquie und der Kirche. Aber die Wissenschaftler haben auch die Freizeitaktivitäten und -wünsche während des Aufenthalts in Trier im Blick.

Gehen religiöse Wallfahrt und Tourismus Hand in Hand? Bereits 2010 ergründeten Prof. Julia Reuter und Dr. Markus Gamper in einer breit angelegten Studie zum Pilgerverhalten auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostella das scheinbar moderne Phänomen der “religiösen Wanderer”. 2012 nun sollen die damals gewonnenen Erkenntnisse mit den Ergebnissen der Wallfahrtsstudie zum Heiligen Rock verglichen werden.