So klein ist die Welt

Heute war es heiß. Nach einem weiteren Vormittag unter der Sonne der Meseta, vorbei an mächtigen Weizenfeldern und kleinen Dörfern, erreichten wir nach ca. 22 km das laut Pilgerführer 500 Einwohner starke Castrojeriz. Am Ortseingang begrüßen wir einen Einheimischen, der hier gerade seinen Hund Gassi führt, mit einem freundlichen “Olá”. Er grüßt freundlich zurück und fragt uns, nachdem wir ein Foto vom Dorf und der auf dem Berg ruhenden Ruine geschossen haben: “Wo kommt ihr her?” Wir geben Auskunft und erzählen, dass wir aus Trier sind und fragen sofort nach, ob er denn die älteste Stadt Deutschlands kennt? Er strahlt übers ganze Gesicht und sagt: “Trier kenn ich. Da wohnt meine Tochter, sie hat dort studiert und jetzt arbeitet sie in Luxemburg.” Jetzt grinsen auch wir beide über das ganze Gesicht und sagen: “Was für ein Zufall. Trier ist eigentlich wie ein großes Dorf und bestimmt haben wir sie schon einmal irgendwo gesehen.” Er erzählt uns, dass er 40 Jahre lang in Deutschland gelebt hat und dass er nun gemeinsam mit seiner Frau, die aus Castrojeriz stammt, seit 5 Jahren hier seinen Ruhestand verbringt.

Im Berg sieht man manchmal kleine Höhlen, das waren laut unserer neuen Bekanntschaft die alten “Häuser” der Einwohner und noch bis vor 50 Jahren haben einige in diesen Höhlen gewohnt. Jetzt wohnen alle in Häusern mit Zentralheizung, aber er hat zusaetzlich noch eine traditionelle Heizung, die mit dem hier in rauen Mengen zur Verfügung stehenden Stroh gefeuert wird. 2009 hat er somit kein Geld für Heizmaterial ausgeben müssen. Wir schießen zum Abschied noch ein gemeinsames Foto und machen uns auf in Richtung Albergue (Herberge).

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4 Antworten auf So klein ist die Welt

  1. Jan Kaster sagt:

    Die Fotos sind sehr schön, entspannt richtig, die anzuschauen!
    Wie läuft denn Eure Forschung, sammelt ihr “gute” Daten; abgesehen von Tapas- und Rotwein-Feldstudien, die hoffentlich immer gut sind :D ?
    Fühlt Euch gedrückt und bis äther!
    Jänji

  2. David Laudwein sagt:

    Hi Janiboy,

    Wir konnten schon mehrer Pilger interviewen und das Interesse am Projekt ist sehr groß. Gestern Abend waren wir, als Teil einer teilnehmenden Beobachtung zum religiösen Angebot, beim Pilgesegen! Dazu bald mehr im Blog :-)

    Gruß
    Dave

  3. Linda sagt:

    Ihr Lieben,

    Es ist wunderbar, Euren Blog zu lesen, nachdem man den ganzen Tag über den Hinterlassenschaften der Ingenieurverwaltung der Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. hier in Leverkusen gesessen hat. Angesichts Eurer tollen Beiträge und Bilder bekomme ich Fernweh und frage mich wieder einmal, ob ich nicht das falsche studiert habe! ;-)

    Von meiner Seite gibt es jedoch auch gute Nachrichten: Der transcript-Verlag hat sich heute bei mir gemeldet. Unsere zweite Druckfahne für den Sammelband ist jetzt offiziell durchgewunken und das Buch kann im September in den Druck gehen. :-)

    Euch morgen wieder einen tollen Tag & liebe Grüße,

    Linda :-)

  4. David Laudwein sagt:

    Hallo Linda,

    Das sind ja super Neuigkeiten! Dir noch viel Erfolg und Durchhaltevermögen im Archiv!
    Denk immer an das Leben des Brian: “Always Look on the bright site of Life – de dim dedimdedimdedim”

    Liebe Grüße

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