Auf nach Leòn

Nach mehreren Tagen in der Meseta haben wir uns dazu entschlossen 3-4 Tage zu überspringen. Wir liefen nach Fromista und trafen am Bahnhof Sabine und die zwei Mädchen aus Luxemburg. Sabine muss nach Leòn, weil sie dort den Bus nach Frankreich nimmt, denn ihre Etappe hat sie heute beendet. Die Mädchen aus Luxemburg sind schon in St. Jean Pied de Port gestartet und haben die Eintönigkeit der Meseta satt. Jeder geht den Jakobsweg halt auf seine eigene Art und Weise und wenn man einmal einen Teil überspringt, muss man das auch nur mit sich selbst ausmachen.
Wir kamen in Leòn an, gingen noch ein Stück zu fünft und trennten uns dann, weil wir unterschiedliche Herbergen aufsuchten. Wir gingen in die Jugendherberge, die auch Pilger aufnimmt, denn wir wollten einen Tag in Leòn verbringen, Batterien für die Aufnahmegeräte kaufen, uns beide Herbergen ansehen und neue Pilger kennenlernen. Die Jugendherberge liegt etwas außerhalb ca. 2 km von der Kathedrale entfernt. Auffallend war, dass dort viele Radfahrer übernachteten, dass unter den Pilgern wenig Austausch stattfand und dass es kein spezielles Angebot, bspw. in Form eines vergünstigten Essen, für Pilger gab. Am Abend überkam uns dann das Gefühl etwas verpasst zu haben, denn auch wir waren ja seit dem Start in Burgos immer wieder mit den selben Menschen zusammen und hier in Leòn plötzlich wieder ganz allein.
Am nächsten Tag zogen wir in die Herberge des Benediktinerinnenklosters um. Dort ging es richtig organisiert zu. Man bekam Betten zugewiesen und es wurde nach Paaren und Geschlecht getrennt. Die Herberge war sehr groß und finanzierte sich über Spenden, außerdem lagen hier auch einige unserer Fragebögen aus, welche wir abends an die Pilger verteilten. Gegen 21:15 Uhr rief eine Schwester die Pilger zum Pilgersegen in die benachbarte Kapelle und auch wir gingen mit, denn solche religiösen Angebote auf dem Camino eignen sich hervorragend für eine teilnehmende Beobachtung.

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2 Antworten auf Auf nach Leòn

  1. Linda sagt:

    Ihr Lieben,

    Da ich seit Mittwoch nicht mehr dazu gekommen war, Euren Blog zu lesen, war ich sowohl überrascht, als auch erfreut, so viel nachholen zu müssen. Ich finde es wirklich außerordentlich von Euch, was Ihr auf die Beine stellt:
    a) der Grund, aus dem Ihr überhaupt aufgebrochen seid: die Forschung,
    b) das, was schon vorher Kopfzerbrechen bereitet hat: der physische Aspekt des Ganzen (respekt vor den “Tagessätzen” bzw. den Kilometern, die Ihr da abreißt – ich hoffe, Euer aller Kniee geht es gut!), und natürlich auch
    c) die spirituelle und offenbar besonders auch die gesellschaftliche Seite des Pilger-Daseins (auch wenn ich von erster v.a. bei Markus lese ;-) ).

    Besonders was den letzten Punkt angeht, finde ich die Schilderung über die offenbar besondere Wandergemeinschaft faszienierend: Als Pilger findet man sich offenbar sehr schnell in einer solchen wieder, kommt häufig auf sie zurück und merkt – wenn unterschiedliche Wege genommen werden – scheinbar auch sehr schnell, daß man sie vermißt … Gibt es in diesem Sinne überhaupt den “einzelgängerischen Pilger”? – Was meint Ihr?

    Was die Versorgung der Pilger am Wegesrand angeht – mit diversen pharmakologischen Artikeln, Souvenirs, dem Weg gewidmeten Getränken etc. wie auch das Herbergsangebot an sich – so erinnert mich das stark an das “Business”, das uns auch schon aus dem Mittelalter bekannt ist. Auch damals florierte das Geschäft entlang der Pilgerwege – das Konzept scheint sich bewährt zu haben! :-)

    Mit lieben Grüßen nach Spanien,

    Linda :-)

    • Norhan sagt:

      Hallo,hab die Nachricht fcber Euren Camino von Andrea. Gerne we4re ich jetzt auch unterwegs und jeder der den Camino schon mal gegilpert ist weidf wovon ich rede.Wenn Ihr es schafft -es gibt eine tolle Herberge in Pontecampana Casa Domingo . Hat aber nur 14 Schlafple4tze, man kann reservieren, es ist sehr familie4r. Aber noch ein paar km entfernt. In Santa Irene ist die Gemeindeherberge nicht wirklich zu empfehlen. Ich hatte da im letzten Jahr Flohbisse .Ich werde gerne mal wieder super neugierig auf dieser Seite vorbei schauen.Und wfcnsche Euch einen Buen CaminoDagmar

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