Der Pilgeralltag

Liebe Leser, 

Bestimmt wundert ihr euch schon, warum wir nicht täglich neue Blogeinträge schreiben. Ihr müsst euch das so vorstellen:

Der Pilgeralltag:
Morgens um fünf Uhr klingeln die ersten Wecker, Taschenlampen gehen an und die Pilger beginnen ihre Rucksäcke für den Tag zu packen. Neben Zähneputzen und Anziehen gehört auch die routinierte Versorgung und Pflege der oft mit Blasen übersähten Füße zum morgendlichen Ritual der Pilger. Manche Herbergen bieten gegen ein geringes Entgeld auch ein kleines Frühstück bestehend aus getoastetem Weissbrot (manchmal auch Zwieback), Marmelade, Kakao und Cafe con Leche (Kaffee mit Milch) an. Nicht jeder Pilger nimmt dieses Angebot wahr; stattdessen frühstückt man in der nächstgelegenen Bar, wo es ein reiches Angebot an Croissants und allseits bekannten Bocadillos (belegte Baguettes) gibt. Überall auf dem Weg findet man Trinkwasserbrunnen, an denen sich durstige Pilger frisches Wasser zapfen können. Man muss dazu erwähnen, dass das Leitungswasser oft nach Chlor schmeckt und einige Pilger die Wasserflaschen aus dem Supermercado (Supermarkt) bevorzugen. Dann konzentriert man sich auf seine Etappe. So unterschiedlich die Pilger, so unterschiedlich auch die Längen der Etappen, die ein Pilger am Tage zurücklegt. Es gibt Pilger, die bspw. 20km gehen und es gibt Pilger, die es schaffen, über 40km an einem Tag zurückzulegen. Jeder hat sein eigenes Tempo. Gegen Mittag treffen die meisten Pilger in einer der vielen Herbergen ein. Nachdem man sich ein Bett ausgesucht oder zugewiesen bekommen hat, wird der Schlafsack auf dem Bett ausgebreitet, als ein Zeichen dafür, dass dieses Bett nun belegt ist. Wer schnell genug ist, verschwindet sofort in den Duschen, um genügend warmes Wasser zu bekommen. Frisch geduscht holt man in Form einer Siesta (Mittagsruhe) den am Morgen fehlenden Schlaf nach. Danach waschen viele Pilger ihre am Tag durchgeschwitzte Kleidung entweder in dafür bereitgestellten Waschmachinen (Kosten ca. 3€) oder in den zum Waschen vorgesehenen Waschbecken. Anschließend kümmert man sich um eine Mahlzeit. Falls eine Kochgelegenheit vorhanden ist, wird in den Küchen gekocht, gespeisst und abgespült. Einige Herbergen bieten aber auch Pilgermenues für um die 9€ an, diese werden aber meist erst sehr spät serviert und viele Pilger scheuen sich davor mit vollen Bäuchen ins Bett zu gehen. Wenn, dann noch Zeit bleibt wird sich ausgetauscht und nicht selten auch die ein oder andere Flasche Rotwein geleert.

Wo bleibt da noch Zeit für Blogeinträge, Tagebuch und Interviews? ;-)  

Der Pilgeralltag hat eben auch uns fest in seinem Griff. Man kann sagen, dass jeder Tag ähnlich abläuft, aber doch grundverschieden ist, denn man ist täglich an einem anderen Ort, mit neuen oder bereits bekannten Pilgern zusammen.

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