Über Melide nach Compostela

Jetzt ist es so weit: 100 Km und jede Etappe 2 Stempel. Jetzt sieht man ganze Reisegruppen und auch Leute ohne Rucksäcke. Auffallend war dabei eine italiensiche Reisegruppe mit mehr als 40 Personen, die es noch schwerer machte einen Herbergenplatz zu bekommen. Die Wege waren quasi voll von Pilgern. Es machte keinen Spaß mehr. Ein paar Deutsche, die ich kannte, wollten die letzten 100 Km in 2 Etappen durchziehen. Es machte ihnen keinen Spaß in dieser Masse zu pilgern. Sie waren total genervt. Auch der Zusammhalt, dass man zusammen kocht oder so, war verflogen. Für uns ging es nur noch darum, so schnell wie möglich anzukommen. Leider hatte ich am letzten Tag starke Schmerzen im Knie und Fieber!!! Super am letzten Tag! Ich nahm Schmerztabletten und versuchte sehr früh ins Bett zu gehen! Am nächsten Tag war mir schwindelig. Es ging aber irgendwie und ich kam genervt in Compostela an. Auffallend war auch, dass keiner der Pilger nach meiner Gesundheit erkundigte oder Hilfe anbot. Die letzen 100 Km sind anders. Das wäre vorher anders gewesen…
In Compostela fanden wir eine sehr günstige Unterkunft und ich musste mich erstmal ins Bett legen. Dann holten wir unsere Compostela (Urkunde) ab und legten uns am Abend vor die Kathedrale. Dabei trafen wir ganz viele Pilger die wir kannten. Darunter auch meine Spanierin und meine 2 Portugiesen. Wir wollen uns nächstens Jahr um diese Zeit in Portugal treffen. An der Messe nahm ich noch nicht teil, dies tue ich bei meiner Rückkehr vom “Ende der Welt”.

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5 Antworten auf Über Melide nach Compostela

  1. Michel sagt:

    …is ja übel, das das so ein Massenpilgern wird zum Ziel hin. Wahrscheinlich fliegen die Leute mit RA nach Santiago und pilgern vom Flughafen zur Kathedrale und zurück…mit dem Airportliner. Schade schade… Hoffe, daß Finisterre entschädigt und einen würdigen Abschluss bietet, gute Besserung, Michael Grün, Uni Trier.

    • Wolfgang sagt:

      da hilft es dem Einzelpilger, wenn er nach Innen schaut und seine Pilgermotive überdenkt und erkennt, dass letzlich jeder seinen Weg allein gehen muss. Andere interessieren ihn dann nicht, wenn sie in Gruppen im Habitus eines Kegelclubausfluges an ihm lauthals vorbeirauschen. Dabei sollte man Pilger mit Schnecken vergleichen. Einzelpilger mit Rucksäcken sind die unter besonderem Schutz stehenden Weinbergschnecken mit ihrem Haus, in das sie sich zurückziehen können. Die anderen sind die Nacktschnecken, die schnell in der Sonne vertrocknen.
      Gruß Wolfgang

      • Andrea sagt:

        Der Vergleich hat was :-) So etwa habe ich es auch erlebt. Nachdem ich ab Sarria total angenervt war von den Tourigrino-Busladungen , konnte ich sie am nächsten Tag einfach ausblenden.

  2. Daniel Bauerfeld sagt:

    Oh je… von mir auch eine gute Besserung und ganz, ganz liebe Grüße an die Trierer Pilgergruppe! Ich bin schon gespannt, was es noch so alles berichten gibt, wenn ihr wieder hier seid…

    Bis dahin alles Gute,
    Daniel

  3. Claudia sagt:

    Sicherlich ist es schöner, sich den Weg nicht mit so vielen teilen zu müssen, aber der Camino ist eben für Alle da, nicht nur für die Marathonläufer, die monatelang Zeit haben, sondern auch für uns Kurzstreckler, die (so wie ich) lediglich 2 Wochen Urlaub am Stück haben und trotzdem dieses Camino-Erlebnis haben möchten und deshalb nur die letzten 200 km laufen…

    Also in diesem Sinne “Buen Camino” an Alle, die schon gegangen sind, die noch gehen werden und die den Weg im Herzen tragen und sich irgendwann diesen Traum auch verwirklichen werden…

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