Samos

Samos

Eindrucksvoll erstrahlt das Kloster nach einem mal mehr, mal weniger anstrengendem Auf- und Abstieg.

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Zuvor ging es lange Zeit nur an der Landstrasse entlang, was besonders anstrengend für die müden Füße war. Deshalb gibt es hier und da auch kleine Trampelpfade neben der Landstrasse, die höchstwahrscheinlich erst durch die Massen an Pilgerfüßen entstanden sind. Unten angekommen realisiert man aber erst einmal das Ausmaß des Klosters. Es ist riesig, teils umgeben von einer Art Burggraben und auf der Wiese davor befinden sich einige grasende Tiere. Wir suchen die öffentliche Herberge und finden diese hinter dem Kloster. Sie hat noch nicht geöffnet, aber man wird schon durch eine lange Schlange wartender Pilger begrüßt. Wir stellen unsere Rucksäcke ans Ende der Reihe und suchen erst einmal Schatten, denn die Sonne knallt wieder von oben herab. Auch die nun in zwei Gruppen geteilte Studi-Pilger-Truppe ist da und gönnt sich auf der Wiese oberhalb des Klosters ein Mittagessen. Dann ist es gegen 13:00 Uhr plötzlich soweit und das große Tor der Herberge wird für die wartenden Pilger geöffnet. Schon jetzt scheint sich abzuzeichnen, dass die rund 70 Betten wohl nicht ausreichen werden, es läuft trotzdem alles geordnet ab und nur älteren Personen wird es gestattet sich “vorzudrängeln”. Es erstaunt uns immer wieder aufs Neue, dass es vor den Herbergen so geordnet zugeht, ohne dass irgendjemand vorher feste Regeln aufstellen muss. Ausnahmen bestätigen die Regel und somit ist es für keinen der jüngeren Pilger am heutigen Tag ein Problem, dass man ältere, erkennbar erschöpftere Pilger vor lässt. Die Herberge besteht aus ca. 35 Hochbetten, die eng aneinander gereiht, in einem großen Schlafsaal eines alten, leicht muffigen Klostergewölbes verteilt worden sind. Es ist zwar sauber und auch die Sanitäranlagen sind durchweg in Ordnung, aber die Matratzen sind total ausgelegen und man liegt mit seinem Rücken wirklich in einer Art Kuhle. Auch die Belüftung lässt zu Wünschen übrig, denn neben dem Haupttor gibt es nur noch zwei kleine Paterrefenster und ein größeres Fenster im ganzen Raum und nachdem ca. 70 Pilger im angrenzenden Waschraum geduscht haben, fühlen sich Schlafsack, T-Shirt usw. von innen und aussen feucht an. Man kann festhalten, dass wir in Samos die bislang unschönste Nacht verbracht haben, denn zum allnächtlichen Schnarchen mancher Pilger, der schlechten Luft im Raum und der Hitze kam eben noch diese Feuchtigkeit hinzu, die mir in der Nacht einen Schüttelfrost bescherte. Am darauffolgenden Morgen sagten uns zwei deutsche Pilger, mit denen wir am Abend zuvor noch ein Pilgermahl vertilgt haben, dass auch sie seit langem nicht mehr so schlecht geschlafen haben.

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