Vom Feld zurück an den Schreibtisch

Unser Wiedersehen in Santiago und die gemeinsamen weinseligen Abende, an denen wir über die Beobachtungen und Interviews auf dem Pilgerweg sprachen, markierten zugleich das Ende der Feldphase.
Wir verteilten noch einige Fragebögen vor dem Pilgerbüro, im Burger King und sogar am Flughafen und beendeten damit die Datenerhebung.
Mit über 600 ausgefüllten Fragebögen, über 40 persönlichen Interviews und vielen ganz besonderen Pilgererlebnissen ging es zurück nach Trier – die einen mit dem Flugzeug, die anderen, Markus Du bist gemeint, mit dem Bus – ein Pilgerweg der etwas anderen Art, immerhin dauert so eine Rückfahrt von Santiago nach Trier über 36 Stunden.
Was nehmen wir aus unserer Camino-Zeit mit an die Uni? Sicherlich die Erfahrung, das Forschung alles andere als “trocken” ist – es wurde geschwitzt, gelitten, geweint, gelacht und gertunken! Und sicherlich auch die Erfahrung, dass Forschung auch verändern kann, denn als Feldforscher waren meine MitarbeiterInnen nicht nur ForscherInnen, sondern selbst auch PilgerInnen – ganz im Sinne des going native.
Und das Pilgern hat sie verändert: Nicht nur äußerlich – fast alle hatten körperliche Blessuren und Gewichtsverlust zu beklagen; auch innerlich: Zumindest wurden schon Pläne für das “Leben zu Hause” geschmiedet:
Mehr Bewegung im Alltag, mehr Zeit für sich selbst, das Leben leichter nehmen – so lauteten die persönlichen Aufgaben für die Zukunft. Und für unsere weitere Arbeit: Die Interviews transkribieren und sichten, Bilder und Erlebnisse sortieren, die Fragebögen in die Datenmasken eingeben und mit der Auswertung beginnen. Wir freuen uns darauf und werden hoffentlich schon bald von dieser Seite über die Ergebnisse berichten können. Bis dahin freuen wir uns über weitere Anregungen!

Julia Reuter

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