Der “harte Weg”

Leider bin ich 3-4 Tage zu spät dran. Also ich war schon in Compostela, werde dahin aber wieder zurückkehren.
Aber zuerstmal weiter mit dem Blog:
Von Villafranca del Bierzo nach Laguna de Castilla gibt es zwei Wege (wahrscheinlich wie im Leben: einen harten und einen leichten ;-) )
Die meisten meiner Weggefährten ( Die Gruppe ist jetzt auf 14 Pilger angewachsen) haben sich für den leichten entschieden (Harpe, der “Touri-grino”, fand diesen schon überlaufen und sehr nervig). Er führt die längsten Zeit eine Strasse entlang.
Eine junge Deutsche und ich entschieden uns, den “harten Weg” (camino duro) zu gehen. Wie es aber um 6 Uhr morgens so ist, haben wir uns total verlaufen und gingen an der Abzweigung vorbei (Im Reiseführer war vermerkt, dass der Weg schwer zu finden ist!). Irgendwann entschieden wir uns einfach einen Weg zu wählen, der nach meinem Kompass auf den Camino führen sollte. Die Richtung stimmte meiner Ansicht jedenfalls (Wie bei den Pet Shop Boys: Go West). Es ging bis auf knapp 1000 m meist nur steil bergauf. Von den gelben Pfeilen, die den Camino Kennzeichnen, aber keine Spur. Eigentlich ist mein Orientierungsinn recht gut. Vielleicht hatte meine Ohrenoperation auch Auswirkungen auf meine Orientierungsinn? Gott sei Dank nicht!! Ein Pfeil aus Steinen. Der Weg war wunderschön, da man einen schönen Blick ins Tal und auf die Pilger hatte. Ferner ging der Weg durch einen schönen Kastanienwald. Irgendwann stießen wieder auf den Pilgerstrom, der fühlbar angestiegen ist. Besonders die Fahrradfahrer wurden mehr. Interessant ist dabei, dass man diese erst so ab 10 Uhr sieht. Sie stehen meist wohl später auf, da sie ja auch mehr Km pro Tag schaffen. Viele meiner Begleiter finden die Fahrradfahrer sehr störend. Sie fahren häufig sehr schnell an einen vorbei ohne zu warnen und müssen nur 200 km zurücklegen, was man in 3-5 Tagen zu schaffen ist. Viele mit denen ich gesprochen habe, sehen die Fahrradfahrer deshalb auch nicht als richtige Pilger an.
Am Ende entschieden wir uns für eine private Herberge, da man dort reservieren kann. Da sich unsere Gruppe nicht trennen wollte, beschlossen manche auf den Boden zu übernachten, da es nicht genügend Schlafplätze gab. Ferner wollte sich keiner von der netten Gruppe verabschieden. Nach ca. 36 Km war der steile Aufstieg nach Laguna de Castilla (nach dem Umweg und in der Sonne) nur noch ein Kampf.
P.S.: Was mich immer wieder verwundert, ist dass es mir am nächsten Tag meist wieder richtig gut geht und der Körper wieder bis zu 30km ohne Probleme gehen kann. Klar gibt es kleine Schmerzen, aber es geht immer wieder weiter.

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5 Tage, 4 Orte

Villar de Mazarife

Im Gegensatz zu Markus entschieden wir uns für eine “ruhigere” Herberge in Villar de Mazarife, denn nach dem ca. 22 km langen Marsch über die Alternativroute wollten wir wieder zu Kräften kommen und die Herberge “San Antonio de Padua” bot ein leckeres Pilgermahl bestehend aus Ensalada (Salat), hausgemachter Zwiebelsuppe, vegetarischer Paella und Flan als Nachtisch an. Der Herbergsvater Pepe leitet diese Herberge gemeinsam mit einer Freundin, die er auf dem Camino kennengelernt hat. Er hat seine ganz persönliche Geschichte, wie er zum Herbergsvater wurde: Nach einer schweren Krankheit machte sich Pepe auf den Weg nach Santiago de Compostela. Noch auf dem Weg hatte er angeblich eine Vision, welche ihn dazu brachte, ein Albergue zu eröffnen. Die Eröffnung der Herberge kostete ihn mit Abstand die meiste Kraft, denn die Dorfbewohner von Villar de Mazarife waren dagegen. Sie befürchteten, dass ihr Dorf von Pilgerscharen “heimgesucht” wird. Aber als sie erkannten, dass die Pilger auch ein wenig Geld in den kleinen Supermercados und Bars lassen könnten, waren sie überzeugt. Seitdem ist Pepe nun in der ersten Herberge vor Ort zu finden und wenn er nicht gerade rauchend auf der Veranda sitzt, ist er entweder in der Küche oder auf dem Camino zu finden. Hier lernten wir auch noch fünf neue Pilger kennen, die in Leòn gestartet sind.

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Astorga

Ursprünglich wollten wir von Villar de Mazarife in das ca. 22km entfernte Dorf Rabanal del Camino, doch es kam anders. An diesem Tag haben wir gelernt, dass man seinen Zielort nie festlegen sollte, denn es kommt immer anders als man denkt. Obwohl unsere Beine und Füße schmerzten und die Mittagssonne brannte, gingen wir an diesem Tag insgesamt 34km bis nach Astorga. Daraufhin entschlossen wir uns den nächsten Tag in Astorga zu verbringen, um die Pilger auf die in der Herberge ausliegenden Fragebögen aufmerksam zu machen.

 

Foncebadon

Auch wir nächtigten in der von Markus beschriebenen Herberge und entschieden uns für das Pilgermahl. Am frühen Nachmittag saßen wir mit einer Gruppe junger Spanier zusammen, die wir in Astorga kennengelernt haben. Dort haben sie Fragebögen ausgefüllt, was wir sehr toll fanden. Wir kamen ein wenig ins Gespräch und erklärten ihnen, warum wir eine Studie über den Camino machen. Sie hingegen sind alle alte Freunde, die früher zusammen zur Schule gingen und heute durch ihr Studium getrennt sind. Sie nutzen die vorlesungsfreie Zeit, um sich wiederzusehen und suchten sich als Gruppe den Camino als Abenteuer aus. Dave und Santi verstanden sich besonders gut und sie diskutierten fleißig über Werner Herzog, Rainer Werner Fassbinder, Federico Fellini und andere in ihren Augen große Regisseure. Am Pilgermahl nahmen neben uns weitere 4 Leute teil- zwei Spanier und ein israelisches Pärchen. Wir waren uns alle sofort sympathisch und es wurde ein sehr schöner Abend. Am nächsten Morgen frühstückten wir noch mit dem israelischen Pärchen, tauschten Email Adressen aus und gingen gemeinsam los in Richtung Cruz de Ferro. Danach verloren wir uns auf dem Camino in Richtung Ponferrada, weil halt jeder sein eigenes Tempo geht.

 

Ponferrada

In Ponferrada wurden auch wir wie Markus im Keller einquartiert. Wir trafen zwei junge deutsche Mädchen, die sich zu jeweils einem Interview bereit erklärten. Die Herberge war voll und ungemütlich, aber am Abend entschlossen wir uns noch zu einer teilnehmenden Beobachtung. Wir besuchten den Gottesdienst samt Fusswaschung. Dazu begleiteten Jugendliche eines Ordens die Lieder mit Gitarre und Gesang.

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Der Pilgerausweis

Die Credencial – Der Pilgerausweis

Jeder Pilger hat sie, denn sie ist der Schlüssel zum Albergue und somit unverzichtbar. Ein sechsfach gefalteter Papierbogen mit reichlich Platz für Stempel aller Art, die es dem Pilger am Ende seiner Reise in Santiago de Compostela ermöglichen, sich seine Compostala abzuholen. Aber nur unter den Voraussetzungen, dass die Pilgerschaft religiös motiviert war und dass die letzten 200 km per Pferd oder Fahrrad oder die letzten 100 km zu Fuss zurückgelegt wurden.
Sollte dies nicht der Fall sein bekommt man “nur” eine Art Ehrenurkunde. Es ist daher wahrscheinlich, dass ein Teil der Pilger bei offiziellen Angaben zur Motivation der Pilgerschaft religiös ankreuzt, nur um in den Besitz einer Compostela zu gelangen. Überall auf dem Jakobsweg kann man sich durch einen Stempel bestätigen lassen, dass man an diesem Ort war und für viele Pilger sind sie auch gleichzeitig ein Symbol für ihre Reise, denn die Stempel erinnern wie Fotos an vergangenen Tage. Immer wieder fällt uns auf, dass man die Credenciales miteinander vergleicht. Besonders Pilger mit vielen Stempeln oder mit Stempeln spezieller Insider-Orte können sich so von anderen Pilgern abheben und verschaffen sich damit Ansehen in der Pilger-Gemeinschaft. Wir konnten zwei Interviews mit Pilgern führen, die in Deutschland gestartet und schon mehr als 1500 km gelaufen sind. Der Eine besitzt insgesamt 3 Credenciales, die schon durch ein angeklebtes Zusatzpapier erweitert wurden. Es geht ihm darum zu zeigen und später auch zu wissen wo er überall war, während es dem Anderen egal ist welche Stempel seine Credencial zieren, da es ihm eher um den Weg, das Ankommen und die gesammelten Erfahrungen geht.

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Nach “klein Compostela”

Ich wollte noch unbedingt erwähnen, dass der Weg durch die Berge wunderschön war. Leider kann ich noch keine Fotos hochland, aber die kommt noch. Schaut euch diese Fotos dann unbedingt an.
Die nächste Etappe führte uns (Gruppe ist jetzt auf 10 Personen anwachsen) nach Villafranca del Bierzo. Hierbei wählte ich den längeren Weg durch die Weinberge. Auch wenn der Weg länger ist, bleibt man vom Autolärm verschont. Es ging dabei durch kleine bezaubernde Dörfer in denen die Pilger meist nett mit einem hola begrüsst wurden. Auch von den Zeugen Jehovas, die in einem Dorf Broschüre verteilten.
V. del Bierzo ist eine kleine “Stadt” mit vielen Kirchen, Monumenten und einer Burg aus dem 16. Jh. Sie ist auch bekannt als klein Compostela. Pilger konnten hier schon ihren Ablass von ihren Sündenstrafen bekommen. Dies ging aber nur, wenn sie auf dem Weg erkrankten und nicht mehr weiter nach Compostela pilgern konnten. Man muss dazu sagen, dass es von da ab “nur” noch 192 km bis nach Compostela sind.
Anmerkung: Bei mit ist die Sammelust ausgebrochen. Ich bin auf der Suche nach dem schönsten Stempel für meinen Pilgerausweis. Diese bekommt man in Kirchen, Klöstern und auch Bars. Am Ende muss man den Ausweis mit den Stempel in Compostela vorweisen. Dabei reichen die Stempel der letzten 100 km. Ich brauche bald einen neuen Ausweis, da der alte Ausweis von meiner Sammelwut schon fast voll ist. Die Suche nach dem perfekten Stempel geht aber weiter :-) Ich besorgen mir dafür einen neuen Ausweis.

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La Faba

Nach einem steinigen Aufstieg erreichten wir den kleinen malerischen Ort La Faba. Hier liegt eine sehr schöne Herberge, die zur Zeit von drei deutschen Herbergsmüttern geführt wird. Uns viel sofort auf, dass es hier sehr geregelt und strukturiert abläuft: Vor der Tür bildete sich schon eine Rucksack-Schlange, denn viele wollten hier ein Bett zum übernachten finden und der Platz ist wie immer begrenzt. Wir waren geschätzt auf Platz 15 und hinter uns gab es schon die ersten Diskussionen darüber, ob sich der ein oder andere vorgedrängelt hat. Man merkt, dass die letzten 100 km näher kommen und der “Kampf” um die Betten schon begonnen hat. Die Pilger werden immer in 5er Gruppen hineingebeten, bekommen dann Betten zugeteilt und werden mit der Hausordnung bekannt gemacht. Für manche Spanier, so sagt eine Herbergsmutter, ist es manchmal schwierig schon um 22:00 Uhr ins Bett zu gehen, aber beim morgendlichen Frühstück um 05:30 seien sie froh, ausgeschlafen zu sein. Neben dem Frühstück für 1,50€ bietet die Herberge eine Küche zum Kochen an. Teigwaren und Ähnliches gibt es im kleinen, recht hochpreisigen Dorfladen zu erwerben. Am Abend wird eine Messe angeboten, aber der Priester sagt kurzfristig ab. Es wird improvisiert. Eine Herbergsmutter gibt eine Ölflamme durch die hauseigene Kirche und wer mag, kann ein Paar Dinge dazu sagen, warum er den Camino geht und was er sich persönlich wünscht. Danach vesammeln wir uns alle um den Altar und jeder umarmt den Anderen. Zwei deutsche Mädchen, die wir interviewt haben, singen zum Abschluss noch ihr selbstkomponiertes, zweistimmiges Lied über den Camino. Wir führten noch zwei weitere Interviews, eines mit einer Herbergsmutter. Es war sehr spannend, denn wir konnten sie fragen, wie sie den Camino als Pilgerin (sie ging ihn schon 5x, auch im Winter) erlebt hat und wie sie die Pilger jetzt als Herbergsmutter empfindet. Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns und gingen in Richtung Fonfria weiter.

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Der Pilgeralltag

Liebe Leser, 

Bestimmt wundert ihr euch schon, warum wir nicht täglich neue Blogeinträge schreiben. Ihr müsst euch das so vorstellen:

Der Pilgeralltag:
Morgens um fünf Uhr klingeln die ersten Wecker, Taschenlampen gehen an und die Pilger beginnen ihre Rucksäcke für den Tag zu packen. Neben Zähneputzen und Anziehen gehört auch die routinierte Versorgung und Pflege der oft mit Blasen übersähten Füße zum morgendlichen Ritual der Pilger. Manche Herbergen bieten gegen ein geringes Entgeld auch ein kleines Frühstück bestehend aus getoastetem Weissbrot (manchmal auch Zwieback), Marmelade, Kakao und Cafe con Leche (Kaffee mit Milch) an. Nicht jeder Pilger nimmt dieses Angebot wahr; stattdessen frühstückt man in der nächstgelegenen Bar, wo es ein reiches Angebot an Croissants und allseits bekannten Bocadillos (belegte Baguettes) gibt. Überall auf dem Weg findet man Trinkwasserbrunnen, an denen sich durstige Pilger frisches Wasser zapfen können. Man muss dazu erwähnen, dass das Leitungswasser oft nach Chlor schmeckt und einige Pilger die Wasserflaschen aus dem Supermercado (Supermarkt) bevorzugen. Dann konzentriert man sich auf seine Etappe. So unterschiedlich die Pilger, so unterschiedlich auch die Längen der Etappen, die ein Pilger am Tage zurücklegt. Es gibt Pilger, die bspw. 20km gehen und es gibt Pilger, die es schaffen, über 40km an einem Tag zurückzulegen. Jeder hat sein eigenes Tempo. Gegen Mittag treffen die meisten Pilger in einer der vielen Herbergen ein. Nachdem man sich ein Bett ausgesucht oder zugewiesen bekommen hat, wird der Schlafsack auf dem Bett ausgebreitet, als ein Zeichen dafür, dass dieses Bett nun belegt ist. Wer schnell genug ist, verschwindet sofort in den Duschen, um genügend warmes Wasser zu bekommen. Frisch geduscht holt man in Form einer Siesta (Mittagsruhe) den am Morgen fehlenden Schlaf nach. Danach waschen viele Pilger ihre am Tag durchgeschwitzte Kleidung entweder in dafür bereitgestellten Waschmachinen (Kosten ca. 3€) oder in den zum Waschen vorgesehenen Waschbecken. Anschließend kümmert man sich um eine Mahlzeit. Falls eine Kochgelegenheit vorhanden ist, wird in den Küchen gekocht, gespeisst und abgespült. Einige Herbergen bieten aber auch Pilgermenues für um die 9€ an, diese werden aber meist erst sehr spät serviert und viele Pilger scheuen sich davor mit vollen Bäuchen ins Bett zu gehen. Wenn, dann noch Zeit bleibt wird sich ausgetauscht und nicht selten auch die ein oder andere Flasche Rotwein geleert.

Wo bleibt da noch Zeit für Blogeinträge, Tagebuch und Interviews? ;-)  

Der Pilgeralltag hat eben auch uns fest in seinem Griff. Man kann sagen, dass jeder Tag ähnlich abläuft, aber doch grundverschieden ist, denn man ist täglich an einem anderen Ort, mit neuen oder bereits bekannten Pilgern zusammen.

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Über die Berge nach Ponferrada

Ab heute änderte sich die Landschaft. Jetzt geht es über die hügelige Landschaft der Maragateria nach Foncebadon nur noch Berg auf. Über den Berg von Leon. Dieser Berg trennt die Maragateria von Bierzo. Es ging knapp 27 km nur nach oben bis nach Foncebadon. Es war anstrengen, aber die Aussicht und die Landschaft ist wirklich schön. Endlich bei der alternativen Herberge (Bio-Produkte) angekommen, habe ich erstmal 2 Deutschen getroffen, die Dave interviewt hat. Nach einem kurzen Gespräch habe ich mich erstmal aufs Ohr gehauen. Da das Dorf gerademal aus “3 Herbergen” besteht gab es auch nicht viel zu sehen, obwohl dieser Ort im 11 Jh. eine wichtige Herberge besaß. Abends haben wir dann alle zusammen gegessen und Lieder gesungen. Dies endete mit dem Vorsingen von den einzelnen Nationalhymnen. Da es sehr international war, war es sehr lustig. Leider konnten die Spanier keinen Text beisteuern. Danach saßen wir noch am Lagerfeuer. Am nächsten morgen stand ich noch im Dunkeln auf, um als Erster am Cruz de Ferro zu sein. imag0189 An dem Kreuz (1500 m hoch) , welches auf einem Steinhaufen steht, legen Pilger Steine ab, die persönliche Lasten darstellen sollen. Eine Tradition die schon Jahrhunderte alt ist. Ich muss aber sagen, dass ich vom Kreuz enttäuscht war.  Es liegt an einer Straße und ist mit allen Dingen “zugemüllt”. Dies führte dazu, dass viele Pilger, die ich kenne, ihren Stein lieber ins Meer werfen. Dann ging es an der berüchtigten Templerherberge (mit Plumpsklo) nur noch bergab nach Ponferrada, der Hauptstadt der Region Bierzo. Die Stadt beherbergt einen Templerburg. (Ja, ja da fällt mir besonders Dan Brown ein)
Dort verbrachte ich meine schlimmste Nacht in einer Herberge. Zuerst musste ich super lange in der Sonne warten, bis ich mal dran kam und dann wurde ich in den Keller mit ca. 40 Leuten verfrachtet. Der Keller war feucht. Naja, hab es überlebt.
Auffallend ist, dass der Camino immer voller wird. Immer mehr Spanier stoßen dazu. Zum erstemal haben wir nun Betten in einer Herberge vorgebucht.
Mit der Zeit sind wir jetzt zu einer kleinen Gruppe zusammengewachsen. Die zwar individuell pilgert, sich aber abends immer in einer Herberge trifft und zusammen kocht und manchmal auch zusammen singt. Wie bei einer “guten Familie” gibt es auch hier eine “Mama”. Hierbei handelt es sich um eine Italienerin, die sich immer herzlich um alle kümmert.

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Trierer in Astorga

Heute ging ich um 5:30 Uhr los. Der Weg ging nur gerade aus und ich war ganz allein. Das wird sich auf dem Weg nach Compostela bald ändern. Da bald viele Wege aufeinander treffen und bald viele Spanier dazu stoßen werden, die keine Lust auf die Meseta hatten.
An diesem Morgen war eine gute Zeit mal wieder über sich nachzudenken. Was in dieser Tageszeit sehr gut gelingt. Heute habe ich zum erstemal Mp3 gehört: Mumford & Sons. Sehr gute Band. Kann ich empfehlen.
Dann nach 20 km! Wen treffe ich….meine Spanierin & meine Portugiesen. Ich dachte die wären schon lange weg. Sehr cool. Dann ging es zusammen nach Astorga. Diese Stadt war schon bei den Römern als Austurica August sehr bedeutsam. Hier trifft auch der Jakobsweg aus Sevilla auf den Weg Frances.
In der netten städtischen Herberge arbeiten mehrere Personen aus der Jakobsbruderschaft Trier. Es war ein schöner Empfang!! Eine tolle Herberge in einer schönen Stadt. Dort machte ich auch mehrere Interviews (habe jetzt 17 Stück). Ich habe mit einer Frau gesprochen, die sich aufgrund der schönen Erfahrung auf ihren 3 Pilgerreisen eine Jakobsmuschel tätowieren ließ.
Gute Nachricht: es wurden alleine dort 250 Fragebögen ausgefüllt.

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Villar de Mazarife

Um aus Leon raus zu kommen musste man ca. 10 km durch die Vorstadt und Industriegebiet. So langweilig. Danach entschloss ich mich den alternativen Weg zu gehen. Also nicht der Autobahnen entlang. Der Weg ist dafür aber länger. Die Entscheidung wurde dadurch erleichtert, dass meine ausgewählte Herberge einen Pool hat. Nach ca. 25 km durch eine hüglige, eher grüne Landschaft (also nicht so lang) kam ich an. Die Landschaft ist jetzt abwechslungsreicher, aber ich mochte die Meseta (Viele starten nicht in Burgos, da sie nicht durch die Meseta wollen). Ach ja, dort angekommen habe ich erfahren, dass ich mit meinem Ohr nicht schwimmen darf. Ich belohnte mich dafür mit einem Eis. Die Zimmer waren mit Bildern und Sprüchen von Pilgern geschmückt.
Ich reise jetzt mit einer Gruppe. Ein schönes Gefühl und ich kann jetzt leichter Interviews durchgeführen. Heute Abend haben wir zusammen gekocht. Morgens wollte ich als erstes raus und den Sonnenaufgang genießen. Das ist wirklich die beste Zeit.

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Zu Fuss nach Leon:-)

Als wir Abends in einer kleinen Gruppe von Polen, Schweden, Italienern und Spaniern gekocht und gegessen haben, ging es am nächsten morgen wieder (wie immer) um ca. 5 Uhr los. Anders als Vero und Dave wählte ich die Pilgerart des Reisen: Zu Fuss. Der Weg nach Leon geht fast die ganze Zeit an der Autobahn entlang. Jetzt sah man die Berge sehr gut. Die Landschaft wird sich nun ändern. Aber der Weg war total langweilig. Unterwegs habe ich einen Österreicher und Franzosen kennen gelernt. Sie sind eine Weile mit einem “Schamanen” gepilgert. Sie haben im Freien übernachtete und spirituelle Zeremonien abgehalten. Hierfür haben sie sich angemalt, gesungen und getanzt. Ferner waren sie auch mit Federn geschmückt. Der Schamane hatte eine 9 jährige Tochter, die den Camino schon 5 mal besucht hat. Beide waren von dieser Person total inspiriert.
Ach ja, ich habe in der öffentliche Herberge übernachtet. Kann ich nicht empfehlen. Sehr unfreundlich. Aber Leon ist schön (s. Artikel von Vero).

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